Umgang mit depressiven Menschen

Der Umgang mit depressiven Menschen – 3 Dinge, die Du unbedingt beachten solltest

Wahrscheinlich kennst Du jemanden, der an Depressionen leidet. Vielleicht ist es Dein Partner oder Deine Partnerin, oder aber jemand aus Deinem Freundeskreis. Egal wer es ist, als Angehöriger gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Auf was genau Du beim Umgang mit depressiven Menschen achten solltest, was Du tun und was Du lieber lassen solltest, darum soll es in diesem Blog-Artikel gehen.

In diesem Artikel möchte ich Dir als Angehöriger eines depressiven Menschen, der vielleicht Dein Partner oder Deine Partnerin, ein Angehöriger aus Deinem Familienkreis oder vielleicht ein Freund / eine Freundin ist, ein paar Hinweise geben, wie Du den richtigen Umgang mit diesem depressiven Menschen pflegst.

Du kannst Dir diesen Artikel auch als Video ansehen:

 

 

Wenn Dein Partner / Deine Partnerin, ein Angehöriger oder ein Freund/ eine Freundin an Depressionen leidet, kann das für Dich als Angehöriger ziemlich fordernd sein.

Du selber hast dann an Dich die Erwartung, dass Du demjenigen so gut wie möglich helfen möchtest. Das ist auch sehr gut, wenn Du so denkst, allerdings gibt es hierbei wichtige Dinge zu beachten.

Ich erzähle Dir natürlich aus der Praxis und von meiner eigenen Erfahrung. Als ich selber sehr depressiv war, wusste ich natürlich, was ich von meinen Angehörigen verlangt habe. Und das möchte ich Dir jetzt einfach mal mit auf den Weg geben.

Beim Umgang mit depressiven Menschen vermeide gut gemeinte Ratschläge – Tipp Nr. 1

depressionen angehörige

Ich möchte erst einmal einen Punkt ansprechen, den du lieber vermeiden solltest. Es ist ja so, dass, wenn Dein Partner ein Problem hat, Du in erster Linie versuchst, das Problem mit ihm gemeinsam zu lösen.

Das ist natürlich super, wenn Du so gepolt bist, allerdings musst Du darauf achten, dass Du dabei nicht mit guten Ratschlägen um Dich wirfst.

Gute Ratschläge wären jetzt beispielsweise: „Jetzt reiß Dich mal zusammen!“, „Mach ein bisschen Sport!“, „Geh doch einmal aus dem Haus!“, oder „Trink ein Glas Wasser!“ und was es sonst noch so für gute Ratschläge gibt…

Warum solltest Du aber solche Ratschläge tunlichst vermeiden?
Es ist ja so, dass ein depressiver Mensch eigentlich verstanden werden möchte. Er sucht hilferingend nach Verständnis.

Und obige Ratschläge zeigen dem Depressiven eigentlich nur, dass Du Dich damit gar nicht auseinandersetzen kannst. Dass Du nicht verstehst, um was es ihm dabei eigentlich geht.

Dies ist so, als ob Du Öl ins Feuer schütten würdest. Das bewirkt beim depressiven Menschen nur das Gegenteil – es zieht ihn noch weiter herunter, da er so das Gefühl bekommt, dass man ihn einfach nicht versteht.

Lasse solche Ratschläge daher einfach bleiben. Es ist überhaupt kein Fehler, wenn Du nicht weißt, wie sich eine Depression anfühlt und worauf man dabei achten sollte – im Gegenteil, das ist überhaupt nicht schlimm. Es ist sogar gut, denn das bedeutet, dass Du glücklicherweise noch nie in einer solchen Situation warst.

Erkenne aber auch an, dass Du Dich mit dem Thema Depression und dem Umgang mit depressiven Menschen eben nicht auskennst. Daher mein Tipp an Dich: Halte Dich mit gut gemeinten Ratschlägen zurück.

Wenn Du diesen Punkt verinnerlichst und beherzigst, wirst Du bereits viel besser mit dem depressiven Partner kommunizieren können. 
Ich möchte Dir aber auch zeigen, wie Du Deinem Partner bei einer Depression weiterhelfen kannst.

Suche nicht nach Lösungen, sondern zeige Verständnis – Tipp Nr. 2

umgang mit depressiven menschenAm besten ist es, dass Du für den Betroffenen Verständnis zeigst. Du kannst Dir vorstellen, dass sich eine Depression in unterschiedlichen Facetten zeigt. Es gibt unterschiedlichste Symptome, wie zum Beispiel das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Antriebslosigkeit oder Schuldgefühle.

In diesem Blogbeitrag kannst Du eine Liste aller möglichen Symptome einer Depression nachlesen.

Daher ist es wichtig, dass wenn Du merkst, dass Dein Partner absolut antriebslos ist und einfach nicht aus dem Quark kommt, Verständnis dafür zeigst.

Habe Verständnis dafür, dass die Antriebslosigkeit ein Symptom seiner Depression ist.

Versuche nicht, das Problem mit ihm gemeinsam zu lösen. Das mag jetzt vielleicht verwirrend klingen, aber um das Finden einer Lösung geht es erst einmal nicht. Es geht einfach nur darum, für Deinen Partner Verständnis zu zeigen. Verständnis für seine Situation und auch für seine Symptome.

Die Heilung und Genesung der Depression liegt nicht bei Dir als Partner oder Freund. Diese liegt noch immer bei Deinem depressiven Partner und / oder bei der ärztlichen Unterstützung wie z.B. der Therapie, dem Psychologen etc.

Also, im zweiten Punkt ist es wichtig, Verständnis für die Situation Deines Partners zu zeigen.

Sei für die betroffene Person da und habe ein offenes Ohr – Tipp Nr. 3

umgang mit depressiven partner

Der dritte Punkt, wie Du den richtigen Umgang mit depressiven Menschen pflegst, ist, für ihn/sie da zu sein. Das mag sich jetzt vielleicht sehr banal anhören, aber dahinter steckt wirklich sehr viel Wahrheit. Was meine ich aber genau damit?

Ich meine für ihn da zu sein, wenn es darum geht, Gespräche zu führen.

Dein depressiver Partner ist aktuell in einer Situation, wo in seinem Kopf wahnsinnig viele Dinge auf einmal passieren. Wie z.B. Gedankenkarusselle, die einfach nicht stoppen möchten.

Auch ist er/sie mit vielen Situationen konfrontiert, die er selber noch gar nicht richtig bewerten kann. Sei einfach für ihn da und höre ihm zu. Es geht nicht darum, dass Du ihm eine Lösung für sein Problem präsentierst.

Es geht nur darum, dass Dein Partner seinen Gedanken einfach mal Luft machen und die Gedanken aus dem Kopf herausbringen kann. Und da ist ein zuverlässiger Gesprächspartner Gold wert.

Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als ich tief in der Depression war – da hatte ich nur das Bedürfnis mit Freunden und Familie zu sprechen.

Ich wollte einfach nur die Dinge, die mir im Kopf herumgeschwirrt sind, aus dem Kopf bringen. Es hat mir sehr geholfen, zu wissen, dass ich mich jederzeit bei meinen Freunden oder meiner Familie melden kann.

Und das würde ich mir auch für Dich wünschen: dass Du genau das Deinem Partner bieten kannst und dass Du einfach für ihn da bist.

Du kannst Deinem Partner auch in ganz alltäglichen Aufgaben helfen. Zum Beispiel beim Einkaufen. Ich meine aber nicht damit, dass Du Deinem Partner die Aufgaben komplett abnimmst, sondern dass Du ihn dabei unterstützt. Also, gehe zum Beispiel mit ihm zusammen einkaufen. Unterstütze ihn dabei, die Antriebslosigkeit zu überwinden, um aus dem Haus zu gehen.

Das sind so einfache Dinge, die aber eine wahnsinnig große Wirkung haben, um Deinem depressiven Partner zu helfen.

Unterstütze Deinen Partner auch dabei, sich Hilfe zu suchen. Viele Depressive sind der Meinung, dass sie keine Hilfe benötigen. Das ist falsch! Wenn man in der Depression ist, nimmt man viele Dinge falsch wahr.

Die Botenstoffe im Gehirn sind aus dem Gleichgewicht geraten und daher nimmt man viele Dinge falsch wahr – und so auch die Einschätzung, ob er oder sie Hilfe braucht oder nicht. Hilf Deinem Partner zu verstehen, dass er professionelle Hilfe benötigt und hilf ihm auch dabei, die richtigen Ärzte und Therapeuten zu finden.

Zusammengefasst kann man sagen: Wenn Dein Partner an Depressionen leidet, versuche für ihn da zu sein, in Form von Gesprächen oder Hilfeleistungen bei seinen täglichen Aufgaben, aber nimm ihm dabei nicht die Aufgaben gänzlich ab. Würdest Du das tun, würde er wieder in sein Loch zurückfallen, da er so für sich bestätigt, dass er wirklich gar nichts mehr tun kann.

Unterstütze ihn stattdessen bei seinen Aufgaben, sei gesprächsbereit und halte Dich mit guten Ratschlägen zurück.

Das sind meine Gedanken dazu, wie Du einem depressiven Partner, Freund oder einem Angehörigen durch die schwere depressive Zeit helfen kannst.

Es gibt auch ein Buch, das ich Dir empfehlen kann. In dem Buch geht es ganz konkret darum, wie Du als Angehöriger mit dieser Situation umgehen kannst. Klick einfach auf das Bild nebenan.

Ich hoffe, dass Dir dieser Beitrag weitergeholfen hat und Dir im Umgang mit depressiven Menschen weiterhelfen wird.

Welche Strategie hast Du entwickelt? Wie gehst Du mit einem depressiven Menschen um? Lasse mir gerne einen Kommentar dazu da.

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